Friedhöfe

Die Annaburger Friedhöfe


Einer alleine reicht nicht für ein Städtlein wie dieses

Annaburg – Städtlein in sächsischer Zeit und Flecken in preußischer, kaiserlicher und in der Weimarer Zeit. Erst im tausendjährigen Reich zur Stadt erhoben – aber mit einer Vielzahl von Friedhöfen ausgestattet.


Friedhof Nr. 1

Der älteste christliche Friedhof ist unser „Barockfriedhof“ gleich neben der evangelischen Stadtkirche gelegen, ein Platz ca. 1.500 m² groß unter schattigen Bäumen gelegen. Der Friedhof wird im Osten durch das Grundstück „Auerbach“ und der beginnenden Tiergartenmauer, im Norden durch das Kirchengebäude, im Westen durch das „Taufgässchen“ und im Süden durch den Teich hinter der Pfarre, dem ehemaligen Mühlenstau und späteren „Flutergraben“ begrenzt. Er wurde seit der Zeit, als es eine Kirche an dieser Stelle gab genutzt – mit einer „Kurfürstlich verordneten Unterbrechung“ im 16. Jahrhundert, bis 1866 betrieben.

„Aus den Kirchenbüchern wissen wir, dass die Mehrzahl der Toten in Grüften beigesetzt wurde. In bestimmten Abständen entnahm man die sterblichen Überreste und begrub sie in „Knochengruben“. Eine solche Grube wurde bei archäologischen Untersuchungen an der Südwand der Kirche entdeckt. Bei der 1997 erfolgten Instandsetzung des Friedhofes konnten neben verschiedenen Fragmenten, deren ursprünglicher Standort nicht mehr zu ermitteln war … 25 Sandsteingrabmale, 7 eiserne Grabkreuze und 2 Grabplatten freigelegt und konserviert werden. Die Qualität der aufgestellten Steine spricht noch heute von der handwerklichen Meisterschaft ihrer Schöpfer. Es steht außer Frage, dass nur wohlhabende Bürger in der Lage waren, ihrer Toten auf diese Weise zu gedenken.
Die so genannten „Einfachen Leute“ wurden wohl überwiegend auf dem schon im 16. Jahrhundert vorhandenen „Stadtfriedhof“ beigesetzt.“ (VHD)

„Lückenhaft gewähren uns die erhaltenen Grabsteine einen kleinen Einblick in die Geschichte. …Betreten wir den Friedhof durch die Pforte, so fällt zunächst die große barocke Erbbegräbnisstätte der Familie König ins Auge, deren Seitenfront im Giebel als Besonderheit mit einer Sonnenuhr geschmückt ist. Den verwitterten Steinen können wir noch die Namen von Johann Christoph König, Postmeister und Amtschirurg in Annaburg entnehmen, der am 27. August 1765 im Alter von 78 Jahren hier zur Ruhe gebettet wurde. Neben ihm ruht seine Ehefrau Maria Magdalena König, die im Jahre 1760 im Alter von 68 Jahren verstarb (Grab 1).
… (Grab 2) ein einfaches Eisenkreuz (bezeugt), dass hier der Gutsbesitzer und Posthalter Johann Friedrich Krüger, geboren im März 1761, gestorben am 17. Mai 1834, (ein Vertreter jener Familie, die über Jahrzehnte in Annaburg das Postwesen betrieb) seine letzte Ruhe gefunden hat.
Die Gräber 18, 21 und 22 gehören zur Familie Reitzenstein. Cristina Elisabeth Reitzenstein, geborene Wittin (11. Oktober 1748 bis 21. Oktober 1810) war wohl die Ehefrau des im Annaburger königlich-sächsischen Floßamt tätigen Verwalters Reitzenstein. Johann Christoph August Reitzenstein (9. Januar 1780 bis 2. April 1846) ruht neben seiner Ehefrau Christiane Wilhelmine Reitzenstein, geborene Töpfer (September 1784 bis 23. April 1849).
Grab 14 verweist auf Johann Gottlieb Hollmig (10. März 1767 bis 14. August 1847). Die Hollmig'sche Familie errichtete in der ersten Hälfe des 19. Jh. die am Markt gelegene Gaststätte "Zum goldenen Anker", und betrieb in Annaburg ein Kaufmannsgeschäft.
Das Grab 16 erinnert an Dorothea Schlobach aus der Familie der bekannten Pechhütten- und Mühlenbesitzer Schlobach auf Zschernik (geb. 23. Mai 1784). 
Ihre Ruhestätte fanden auf dem Friedhof auch die preußischen und sächsischen Forst- und Wildmeister, Gustav Karl Ludwig von Hagen (1786 bis 11. September 1850), George Christoph Reitzenstein (gestorben am 14. August 1799) und Heinrich von Arnim (Grab 6) (15. Juli 1724 bis 15. November 1798). Ebenso soll das bekannte „Forstmeisterkreuz“ (jetzt im Amtshaus) ursprünglich hier gestanden haben. Die eiserne Grabplatte des Annaburger Amtmanns Friedrich August Securius (15. Oktober 1752 bis 30. Januar 1827) hat jetzt ihren Platz an der Friedhofsmauer gefunden.
Nahe der Kirche erhebt sich ein besonderes Grabmal mit militärischen Trophäen. Hier wurde durch seine Kameraden dem Hauptmann Gustav Eiwald von Winskowsky gedacht.
Er gehörte zum 1. Westpreussischen Landwehr-Infanterie-Regiment. Am 22. November 1813 bei der Eroberung der Torgauer Teichschanzen verwundet, starb er im Annaburger Lazarett im Alter von 33 Jahren und wurde am 8. Januar 1814 „… in aller Stille mit einer Standwache“ beigesetzt.
Sein Schicksal teilten 41 Landwehrmänner, darunter zwei Kosaken des Pensanshayer Infanterie-Regiments und zwei Frauen, die durch Verwundung oder Krankheit (Nervenfieber) den Tod fanden.
Ein einfaches, steinernes Grabkreuz ziert die letzte Ruhestätte (Grab 28) der Marie Luise Adelheit von Brauchitsch, geborene von Braunschweig.
Ihr Ehemann Karl Emil von Brauchitsch stand als königlich preußischer Major und Direktor dem Annaburger Militär-Knaben-Erziehungs-Institut von 1847 bis 1865 vor. Marie Luise Adelheit wurde im Oktober 1812 geboren und starb am 25. Dezember 1856. „… durch Entkräftung infolge der Entbindung… hinterlässt 6 unmündige Kinder…“ heißt es.“ (VHD)

„Gegen Ende des 19. Jh. (der jüngste Grabstein trägt die Jahreszahl 1866) scheinen Beerdigungen auf dem Kirchfriedhof nur noch selten erfolgt zu sein. Die Annaburger nutzten wohl weitgehend den "Stadtfriedhof" und in der jüngeren Vergangenheit ...angelegten "Waldfriedhof". 
....Anhand der Kirchenbücher lässt sich die Anzahl der seit dem Ende des 18. Jh. Verstorbenen ermitteln. Abgesehen von den Kriegsjahren 1813 und 1814, in denen sich die Todesfälle häuften, wurden bis zum 19. Jh. jährlich etwa 40 Personen zu Grabe getragen.“(VHD)
Friedhof Nr. 2

Im Sommer 1578 stieß man im Tiergarten auf „einigen Töpfe“ (Urnen aus der Bronzezeit) mit Asche. Dem Kurfürsten nach Dresden übersandt, erfahren wir erstmals vom neuen Kirchhof auf dem diese Töpfe wieder beizusetzen sind, so sein Befehl.
Der Hauptmann zur Annaburg Tendler erhielt 1578 von seinem Kurfürsten den Auftrag den „Kirchhof“ zu verlegen. Wo er angelegt wurde ist auf dem ersten „Stadtplan“ von Städtlein Annaburg zu entnehmen. Es entstand der heutige Städtische Friedhof als „Gottsacker“ und damit die Friedensstraße die dorthin führte als eine der ältesten Straßen in Annaburg. Ab dieser Zeit war der einheitliche Begräbnisplatz der Bewohner des Städtleins Annaburg der „Gottesacker“ der heutige Städtische Friedhof in der Friedensstraße. Das gefiel den Bewohnern vom Städtlein Annaburg nicht – fernab von ihrer Kirche begraben zu sein. Man fühlte sich dort auch schutzlos so mitten in der Annaburger Feldflur gelegen. Daher stellte für die solide Umfriedung des neuen Kirchhofes der Kurfürst August 1581 schwarzen Raseneisenstein aus dem Abbruch des Schweinitzer Schlosses zur Verfügung.

 

„Im Sommer 1578 stieß man in der Nähe des Mitteltores in der Quermauer beim Roden auf einige Töpfe (Urnen) mit Asche. Einer derselben wurde dem Kurfürsten übersandt, welcher ihn jedoch zurückschickte. „Es ist zu vermuten,“ schrieb er, „dass in Vorzeiten in der Heidenschaft, da man die toten Leichname noch hat pflegen zu verbrennen, ihr Begräbnis allda gewesen sei. Deshalb schicken wir das eine Schreiben mit den Topfe hierbei wieder zu und begehren, Du wollest denselben samt den anderen Töpfen in Verwahrung setzen bis etwa ein neuer Kirchhof gemacht, und wollen Wir solche wieder beisetzen und verscharren lassen.“ (Gründler)
„Im Jahr 1581 wurde dem Vorstehern der Annaburger Ortskirche zur Einfriedigung ihres Kirchhofes acht Ruten schwarzer Eisenstein von dem dortigen (Abbruch des Schweinitzer Schlosses) Abbruch bewilligt.“ (Gründler)
Karte von 1611

Warum ließ Kurfürst August den Friedhof verlegen? Verstehen kann man das, wenn man weiß, dass durch die Pest bedingt zu dieser Zeit alle namhaften Städte (Nürnberg; Leipzig usw.) ihre Friedhöfe nach außerhalb der Stadtmauern verlegten. Es erfolgte in dieser Zeit in den Städten die räumliche Trennung zwischen den Gotteshäusern und den Friedhöfen. Dieser Wandel vollzog sich in den dichtbesiedelten Städten nicht in den Dörfern auf dem Lande. Das Städtlein Annaburg mit seinen „33 feuerfesten Herden“ war nun alles andere als dichtbesiedelt, aber das Kurfürstenpaar war aufgeschlossen, dem Fortschritt zugewandt und auf seine Gesundheit bedacht.
Doch die Zeit verging, das Kurfürstenpaar verstarb und mit ihr das bevorzugte Interesse an dem kleinen gemütlichen Annaburger Jagdschloss. Spätesten nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde der alte Begräbnisplatz neben der Stadtkirche wieder genutzt, aber jetzt nur für die Städter (Annaburger Oberschicht), die Vorstädter wurden auf dem Gottesacker beerdigt. So ließt man im Annaburger Kirchbuch, … beerdigt auf dem Kirchhof, oder …beerdigt auf dem Gottesacker.
Die soziale Trennung zwischen „Städtern“ und Vorstädter geht auf das „Lochauer Erbbuch“ von 1550/1745 zurück, hier wurde bei den steuerbaren und dem Amte Zinspflichtig unterschieden zwischen den 8 Hufbauern, 1 Erbrichter und den 9 Gärtnern (Kleinbauern) und den 22 Vorstädtern. Diese soziale Differenzierung, die auf das Lochau der Zeit Friedrich dem Weisen zurückgeht, wurde auch in der nachkommenden Zeit beibehalten. Bedingt durch das Grabensystem konnte der Markt durch so genannte Brückentore kontrolliert werden. Dabei befand sich der heutige Markt und Teile der Torgauerstraße innerhalb der Brückentore und bildeten die räumliche „Stadt“ ab. Innerhalb dieses Bereiches lagen auch die von Kurfürst August erbauten „15 neue Häuser unterschiedlicher Größe“. Mit der räumlichen Trennung gehörten auch die Inhaber dieser Grundstücke zu den privilegierten „Städtern“. Diese „Städter“ bildeten die Annaburger Oberschicht und hatten damit das „Recht“ auf einer Beisetzung auf dem Kirchhof.

„Interessant ist die Tatsache, dass die Kirchenbücher beim Begräbnis von höher gestellten Persönlichkeiten oftmals den Vermerk „… auf dem Friedhof beerdigt …" enthalten, während beim "Normalbürger" der Hinweis „… auf dem Gottesacker …“ eingetragen wurde.“ (VHD)

Schlagzeilen der besonderen Art machte unserer städtischer Friedhof zu Zeiten der Befreiungskriege gegen Napoleon. Vor der Schlacht bei Dennewitz wurde der „Gottesacker„, am 14. Mai 1813 durch hier lagernde Teile des Ney`schen Corps in der Hofebreite unter den französischen General Jean Louis Ebénézer, Graf Reynier vom VII. Korps verwüstet, „verbrannten die Gottesacker Waldungen so wie alle Kränze und hölzernen Denkmale.

Friedhof Nr. 3

Das Jahr 1762 brachte für das evangelische Städtlein Annaburg und seine Bewohner Ärger und Aufregung. Auf königliche Order wird das „Versorgungswerk für arme Soldatenknaben“ von Dresden nach Annaburg verlegt. Für das Annaburger Schloss bedeutete das die Bewahrung vor dem sicheren Verfall, denn es diente von nun an mit den angrenzenden Gebäuden den anfangs 250 Zöglingen sowie ihren Betreuern, Lehrern und Ausbildern als ständiges Quartier und Ausbildungsstätte. Gleichzeitig ergaben sich für die Einwohner Annaburgs neue Arbeitsmöglichkeiten und Einnahmequellen. Aber das wurde anfangs gar nicht so gesehen – vielmehr waren die maßgeblichen Beamten in Annaburg der Oberforstmeister von Arnim und der Amtmann Wießner, gegen die Herverlegung des „MKI“ da sie die Baulichkeiten des Schlosses zuvor uneingeschränkt für ihre Verantwortungsbereiche nutzten. Nun machte man das Leben der neuen Schlossbewohner so schwer wie möglich. Zum Streit führte u.a. auch die Beerdigung von verstorbenen Schlossbewohnern. Man gab vor, dass die beiden Begräbnisstätten für die Vielzahl der Bewohner nicht mehr ausreichten. Gleichzeitig kehrte man hervor, dass beim „MKI“ auch katholische Zöglinge die nicht auf den evangelischen Bestattungsplätzen beerdigt werden dürften. Der Superintendent wies am 26. Juli 1763 den Einwohnern den „… kahlen Fleck der Pechberg genannt“ als Erweiterung der Begräbnisstätte zu. Ein Teil davon sollte dem Militär-Knaben-Erziehungsinstitut zustehen, das ihn jedoch im Laufe der Zeit vollständig vereinnahmte.

". . . dass wegen des Mangels des Raumes auf dem ordentlichen Kirchhof der ohnweit des Schlossplatzes gelegene kahle Fleck, der Pechberg genannt, den Einwohnern besagten Städtleins zur Erweiterung ihres Kirchhofes unter der Bedingung zugeeignet werden soll, einen Teil davon vermittelst einer eigenen Mauer, Vermach- oder Umzäunung abzusondern, worinnen die Leichen der bei der Soldaten-Knaben-Versorgungsanstalt verstorbenen Personen zu begraben sind". (Gründler)

So kam Annaburg zu seinem dritten Friedhof. Das Institut nutzte diesen bis zu seiner Schließung 1921. In der Erde dieses Friedhofes ruhen insgesamt 776 Zöglinge und Institutsangehörige.

Friedhof Nr. 4
„Nachrichten über das Städtchen Annaburg welches in den am 7. Juni 1841 abgenommenen und am 17. des selben Monats und Jahres wieder aufgesetzende Knopf des Kirchthurmes zu Annaburg, niedergelegt worden sind.“ ….
„Ito 1839 akquirierte die Gemeinde Neuhäuser, östlich von ihrem Orte, ein Forstgrundstück zum Begräbnisplatz.“
Messtischblatt von 1847

Nach einer Nachricht aus der evangelischen Kirche haben sich 1724 die „Neuhäußler vor dem Herzberger Tor … aufgebaut“. 70 Jahre später, um 1800 war diese kleine Siedlung auf 20 Häuser angewachsen. Und 1814 waren schon 36 Neuhäusler vor dem Herzberger Tor beheimatet. Zu sächsischen Zeiten hatten die „Neuhäuser“ noch keine eigene Gemeinde gebildet – das änderte sich aber zu preußischen Zeiten. Sie konnten den Grund- und Boden auf denen ihre Häuser standen von der „Forstfiscus“ käuflich erwerben und bildeten seit dieser Zeit eine eigenständige Gemeinde. Durch die Gemeinde Neuhäuser wird 1839 vom „Forstfiscus“ ein Waldgrundstück als Begräbnisplatz erworben. Das ist die Geburtsstunde unseres heutigen Waldfriedhofes, dem Vierten Friedhof von Annaburg. 1895 hörte die kurze Eigenständigkeit des Ortes „Neuhäuser“ mit der Eingemeindung nach Annaburg auf.

Friedhof Nr. 5

Friedhöfe wurden ja nicht für die Bewohner, sondern für die Gemeindemitglieder angelegt und als geweihte Erde als Begräbnisstätte genutzt. Von je her gab es außer dieser „geweihten“ Erde noch einen als „Schindacker“ bezeichneten Begräbnisplatz für die Hingerichteten, Entehrten, Entleibten (Selbstmörder) und Namenlosen Landstreicher. Jedes Dorf und jede Stadt hatte diesen „Schindanger“ (auch Schindacker oder Schindgrube und Schindergrube), einen gemeinschaftlichen Platz, auf dem eigentlich das tote Vieh gehäutet und die Tierkadaver verscharrt wurden. Der Name stammt vom Schinder ab, der für die Beseitigung und Häutung der Tiere zuständig war. In Deutschland sind solche Schindanger seit Ende des 19. Jahrhunderts verboten. Er diente zur Verscharrung von Menschen, die hingerichtet worden waren oder denen nach christlichem Verständnis keine christliche Bestattung zuteilwerden durfte – weil sie sich durch ihr „Verbrechen“ außerhalb der Gemeinschaft (Gemeinde) gestellt wurden.
Wo sich dieser in den früheren Jahren im Städtlein Annaburg befand ist leider nicht übermittelt. Er müßte sich jedenfalls in der Nähe der „Gerichtslaube“ des Halsgerichte – der Hinrichtungsstätte zur damaligen Zeit, außerhalb des Städtleins an der Jessener Straße, ungefähre Höhe von der Entsorgerfirma Tesch bzw. Donath sein jetziges Grundstück befunden haben. Zuletzt befand er sich unweit des Waldfriedhofes am Waldweg rechts gelegen und ist auf dem Messtischblatt von 1903 eingezeichnet.

Messtischblatt von 1903
(Kurzzeit)Friedhof Nr.6

Nachzutragen ist, dass zum Kriegsende 1945 kurzzeitig einen Friedhof der sowjetischen Besatzer am Mark zwischen dem „Anker“ und dem Vorderschloss gab. Hier wurden Angehörige der sowjetischen Streitkräfte zeitweilig beerdigt. Sie wurden später mit Errichtung der sowjetischen Mahnmale in der Region umgebettet. Damit verschwand dieser kleine Friedhof der sich in die Erinnerung der Annaburger gebrannt hat, weil an den schlichten Holzkreuzen nach Osteuropäischer Art ein Bild des Verstorbenen befestigt war.

Bernd Hopke
Annaburger Ortschronist

Quellen:
Gründler, E.: „Schloß Annaburg“ Festschrift zur einhundertfünfzig-jährigen Jubelfeier des Militär-Knaben-Instituts zu Annaburg, Verlag von Oscar Haebringer, Berlin 1888
Otto Heintze: „Annaburg das Städtlein an der Heide“ Geschichtlicher Rückblick, aus gebundene Beilagen der „Annaburger Zeitung“ um 1930
Friedrich Uhlig, Schneidermeister der Stadt Annaburg und ehemaliger Institutszögling, Nachrichten von 17.Juni 1841, aus dem Kirchkopf der evangelischen Stadtkirche, Annaburger ev. Kirchenarchiv
Verein für Heimatgeschichte und Denkmalpflege Annaburg e.V.; Barockfriedhof Annaburg; Faltblatt 2007