1933 – 1945

Chronologie der Ereignisse 


1933

Am 30.1. erfolgt die Machtübernahme“ durch die Nationalsozialisten mit überwältigender Mehrheit der Wählerstimmen! Adolf Hitler wird Reichskanzler. Im ganzen Land, so auch in Annaburg, wird alles umorganisiert und reglementiert. Es gibt einen Orsgruppenleiter, einen Ortsbauernführer, Hitlerjungen, BDM – Mädchen, SA und SS. Andersdenkende sind Repressalien ausgesetzt. Mit dem Abbau der Arbeitslosigkeit beginnen die Menschen wieder zu sparen. Anfang des Jahres haben die Deutschen im Durchschnitt 217,56 Reichsmark auf dem Konto.

1933

Am 05.03. fanden die letzten demokratischen Reichstagswahlen, an dieser Wahl waren letztmalig die anderen Volksparteien der Weimarer Zeit zugelassen worden. Im Wahlkreis Torgau, wozu auch Annaburg gehört stimmten 58,97 % für die NSDAP bei einer Wahlbeteiligung von 88,7 % .

1933

KZ Lichtenburg in der nähe von Annaburg entstand eines der ersten KZ Deutschlands: Am 9. 5. 33 heißt es in der Zeitung, dass die Lichtenburg mit „einigen hundert Mann belegt werden“ und darum instand gesetzt werden solle. Die ersten „Inhaftierten“ wurden dann für den 9. 6. erwartet, trafen aber erst mit 69 Mann am 12. 6. ein, während am 20.6. weitere 500 Häftlinge, eintrafen. Vom 5. 8. wird, berichtet:

„Zur Zeit ist das Sammellager mit ca. 1.200 Schutzhäftlingen belegt“ und am 21. 10.: „Im Konzentrationslager ist die Zahl der Häftlinge beträchtlich zurückgegangen . . . Doch wird in der nächsten Zeit mit weiteren Zugängen gerechnet . . . Unter den jetzt hier Eingelieferten befinden sich eine ganze Menge „Prominente“ . . . Hiesiges Konzentrationslager ist eines der größten im ganzen Reich“.

Und am 1. 12. 33 folgt ein Bericht eines Japaners, der das Lager besichtigt hatte, in dem es heißt:

„Jetzt ist das Lager mit 1.535 Mann belegt. Die Wachmannschaft, SS und SA, ist rund 150 Mann stark“.

Offiziell blieb die Lichtenburg bis Mai 1939 KZ, und zwar zuletzt Frauen-KZ. Aber da war sie ab 1936 SS-Kaserne mit einigen Häftlingen im Zellenflügel. Hier erfolgte die Ausbildung von KZ-Wachpersonal. Auch als sie 1940 SS-Versorgungslager, Hauptzeugamt wurde, gab es bis zum Kriegsende ca. 40 Häftlinge, meist krimineller Art, in der Lichtenburg.

1933

Die Kaserne wird als RAD-Lager (Reichsarbeitsdienst) der Reichsarbeitsdienstabteilung 144 genutzt, die ca. 450-500 Mann unterstanden dem Wasserausbau und haben in der Annaburger Heide Wasserregulierende Arbeiten am Mollgraben und dem Neugraben durchgeführt. Die Arbeiten wurden wahrscheinlich bis zum Jahre 1939/40 durchgeführt.

1935

Im Monat August 1935 wurde die Annaburger Siedlung gegründet.

1936

Auf Befehl des Reichsluftfahrtministeriums wurde in der Glücksburger Heide ein Bombenabwurfplatz errichtet. Unter der Leitung der Firma Zucker aus Hohenleipisch wurden die Arbeiten von Forstarbeitern, Bauern und Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes vorgenommen. Das eingeschlagene Holz wurde mit der im Jahre 1886 gebauten Waldbahn zum Bahnhof Linda transportiert und dort verladen. Im Dezember des Jahres 1936 begann die deutsche Luftwaffe mit ersten Bombenabwurfübungen auf dem hergerichteten Areal. Jahrelang, bis 1944, fielen tonnenweise Bomben auf die Glücksburger Heide. Ein später eingerichteter Bordwaffenübungsplatz diente der Luftwaffe zur Bekämpfung von Bodenzielen.

1936-1938

Bei Annaburg wird unter Nutzung der Kleinbahnstrecke (Annaburg-Prettin) das Lufttanklager der WiFo errichtet. Dieses Tanklager gehörte zu einer Gruppe ähnlicher Lagerobjekte der WiFo und diente zur Bildung von strategischen Reserven in Vorbereitung des 2. Weltkrieg. 

1938-1939

Am 13.03.1938 annektiert Hitler Österreich und macht es zur „Ostmark“. Am 01.10.1938 besetzen deutsche Truppen das Sudetenland und annektieren am 15.03.1939 Böhmen und Mähren, nennen es „Protektorat“ und schaffen – noch vor dem Zweiten Weltkrieg – das so genannte „Großdeutsche Reich“ mit einer Fläche von etwa 633.000 km².

1939

Annaburg erhält sein Stadtrecht.

1939

In die großen Herbstmanöver der deutschen Wehrmacht ist auch die Annaburger Gegend einbezogen. Bei Mauken wird eine Pontonbrücke gebaut. Nach dem Manöver sind die Truppen direkt an die polnische Grenze verlegt, worden.

1939

Eine Woche vor Kriegsbeginn, Ende August, sind landesweit Lebensmittelkarten ausgegeben worden. Die Lebensmittelrationierung blieb im Osten Deutschlands, in der DDR, bis 1958, also bis 19 Jahre nach ihrer Einführung, bestehen!

1939 – 1945

Zweiter Weltkrieg. Der Krieg beginnt am 01.09.1939 und dauert bis zum 08.05.1945 in Europa und bis zum 02.09.1945 in Asien, 6 Jahre also, oder 2190 Tage! Es ist der schwerste, den die Menschheit bisher bestehen musste. 61 Länder waren daran beteiligt und er kostete 55,3 Millionen Menschen insgesamt, davon 39,6 Millionen in Europa und 15,7 Millionen in Asien das Leben! Sie waren gefallen oder durch Kriegseinwirkungen oder durch Konzentrationslager umgekommen. Das waren im Durchschnitt täglich 25.250 Menschen, die sterben mussten – die Einwohnerzahl einer Kreisstadt! Das Kriegsende bedeutet den totalen Zusammenbruch des „Dritten Reiches„, mit schwersten Auswirkungen für das Land und die Menschen. 49 Jahre lang war Deutschland besetzt, 45 Jahre lang geteilt und es verlor 8 Millionen Menschen und 29 % seines Territoriums! Übrig blieben 357.000 km². Von Annaburg sind 196 Soldaten als Gefallene bzw. Vermisste zu beklagen! Ansonsten blieb Annaburg bis auf wenige Gebäude unversehrt!

1939/40

Es herrscht ein sehr strenger und langer Winter. Auch die nachfolgenden Winter (1940/41; 1941/42 und 1946/47) sind überdurchschnittlich kalt und lang.

1940

Am 2. April 1940 wurde die Unteroffizier-Vorschule Annaburg durch den Inspekteur des Erziehungs- und Bildungswesens im Heer, Generaloberst Frießner neu aufgestellt. Der Einzug der ersten 660 Jungschützen, so die Dienstgradbezeichnung der Unteroffizier-Vorschüler, erfolgte am 01. Juni 1940. Bereits am 31. März 1941 wurde die Schule aufgelöst und die Jungschützen zu anderen Unteroffizier-Vorschulen im Reichsgebiet versetzt.

1941

Ab diesem Jahr wurde die Kaserne als Kriegsgefangenen-Lager eingerichtet und anfänglich kurzzeitig als Offizierslager (OfLag) für den serbischen Generalstab genutzt. Dieser wurde aber Ende Mai 1941 verlegt, als ein größeres Kontingent indischer Soldaten hier interniert wurde. Damit wurde das Lager zum Stammlager für indische Kriegsgefangene (StaLag 4 DZ). Bis zum April 1945 befanden sich ständig ca. 1.800 Inder der verschiedensten Völkerschaften (Hindus, Sikh, Gurkhas, Tamilen u.a.) im Gefangenenlager. Die Gefangenen wurden in Annaburger Betrieben, bei den Bauern der Stadt und Umgebung sowie bei Wald- und Straßenarbeiten eingesetzt, um die fehlenden deutschen Arbeitskräfte zu ersetzen.

1941

Von 1941 bis April 1945 erfolgte der Schulunterricht bis zur 8. Klasse in dem Gebäude der ehemaligen Berufsschule am Markt. Das Gebäude der Sekundarschule wird durch die Wehrmacht genutzt.

1944

Errichtung des Außenlagers Annaburg des KZ Buchenwald als Barackenlager am so genannten Weißen Berg, einem flachen Sandhügel zwischen Annaburg und Pruzien am „Ziegendickicht“. Archivmaterial des KZ Buchenwald weist für Januar 1945 eine Zahl von 100 Häftlingen in Annaburg aus.

1944

Auf dem Gelände des heutigen Sintolanwerkes Annaburg (Annaburger Porzellanfabrik) wurden die Außenproduktionsstätten der Hensel-Flugzeugwerke Berlin und der Siebel-Flugzeugwerke Halle in zwei großen Hallen mit je 1.600 m² eingerichtete. Hier arbeiteten u.a. von 8.01.-16.03.1945 die KZ-Häftlinge aus dem Außenlager Annaburg. Unter der harmlosen Firmenbezeichnung „Annaburger Gerätebau GmbH“ wurden Zulieferteile (Fahrgestell-, Abdeckrohre, Antriebsteile u.a.) für die Raketenwaffen V 1 und V 2 gebaut. Weiterhin sollte die Produktion von Tragflächen für Jagdflugzeuge aufgenommen werden.

1945

im Frühjahr wurde der Feldflugplatz Glücksburg hergerichtet. Er hatte die Form eines „T“. Nach Fertigstellung des Platzes schlug man Schneisen in den Wald, in denen anschließend Kampf- und Jagdflugzeuge abgestellt wurden. Am 12. April 1945 nahm das Jagdgeschwader 4 den Flugplatz in Besitz. Von hier aus starteten die Piloten zu Kampfeinsätzen in Richtung Ost- und Westfront.“

1945

Im April 1945 befand sich in Annaburg der Aufstellungsraum verschiedener Wehrmachtseinheiten. Verbürgt ist das 1. Bataillon des I. Grenadierregiments der Division „Ulrich von Hutten“ die zur Armee „Wenk“ gehörte.

1945

Am 20. April 1945 erfolgte ein Angriff der 564. amerikanischen Bomberstaffeln der 8.Luftwaffe mit A-20s, A-26s und B-26s im Schlag auf Annaburg. Ziel war ein Schmieröltankanlage (Lufttanklager) der WiFo (Wirtschaftsforschungseinrichtung) das sich in Annaburg befand. Der Angriff erfolgte von West nach Ost, dabei wurde das Ziel leicht verfehlt und die Bomben fielen beginnend beim Lufttanklager über die Siedlung, Züllsdorfer Str. bis in die Gegend der Neuhäuser. Dabei entstanden aber keine größeren Beschädigungen außer an Wirtschaftsgebäuden und Ställen. Das war das einzige Mal wo Annaburg Ziel britisch-amerikanischer Bomberverbände wurde. Getötet wurde bei diesem Angriff kein Annaburger.

1945

Durch die herannahende Front begeben sich viele Annaburger Familien am 20.04. mit Kinder- und Handwagen auf die Flucht kehren aber bereits kurz darauf zurück, um ihre Kleintiere zu versorgen und in der Hoffnung, dass der Krieg zu Ende geht.

1945

Der Einmarsch der sowjetischen Streitkräfte (Rote Armee) erfolgte in Annaburg vom 20. zum 21. April 1945 von Herzberg her kommend. Der Lehrer Alwin Jäger mit einer weißen Fahne bewaffnet, begrüßte die russischen Truppen auf dem Marktplatz. Annaburg wurde kampflos übergeben. Danach erfolgte die Beseitigung der zuvor errichteten Panzersperren in Annaburg.

1945

Am 23. April wird Jessen durch die rote Armee besetzt.

1945

Bill Shank, der First Lieutenant Verbindungsoffizier bei der 104. mot. Schützenabteilung der 104. Schützendivision („Timberwolf“) der US-Armee war, trifft bei seiner Erkundungsfahrt am 26. April 1945 um 19.30 Uhr, die ihn und seine Kameraden über Pretzsch nach Annaburg führt auf russische Streitkräfte. Er traf in Annaburg mit Generalmajor Suchonow, der Kommandeur der 118. Schürzendivision, die zur 5. Gardearmee gehörte zusammen. Der Bericht des amerikanischen Offiziers macht deutlich, dass die Verbände dieser Schützendivision spätestens am 26. April den Fluss überwanden und Pretzsch und andere Orte in der Elbaue und Dübener Heide einnahmen.

1945

Die letzten schweren Kämpfe in unserem Heimatgebiet finden im Raum Wittenberg und Niemek zwischen der 12. Armee (Wenck) und der 13. Armee der 1.Ukrainischen Front (Konew) statt.

1945

Am 08.05. ist der Krieg zu Ende. Die deutsche Wehrmacht kapituliert bedingungslos! An diesem Tag hat das Land 11.094.000 Kriegsgefangene zu beklagen! Der Krieg ist zu Ende und die Menschen können es kaum fassen! Angst haben sie und es breitet sich eine große Ungewissheit aus.

1945

Der Sitz der 1. russischen Kommandantur 1945 war im Textilhaus Bortfeld jetzt Becker auf den Marktplatz. Diese hatte unter anderen die Aufgabe ehemalige russische und Zivilgefangene durch Annaburg und weiter zu leiten.

1945

Am 1. August wurde die Maschinenfabrik mit 20 Arbeitskräften aus dem bereits zu 90 % demontierten Henselwerken in einen Teil des Steingutwerkes gegründet. Im Monat Oktober 1945 waren es dann schon ca. 80 Beschäftigte.

1945

Bis zum August werden in der Lichtenburg/Prettin die durch die USA (völkerrechtswidrig) ausgelieferten Wlassow-Soldaten von russischem Militär (NKFD) gefangengehalten und verhört. Ende August kommen sie in das Sammellager Torgau und von dort in die „Archipel Gulag“ nach Sibirien.

1945

Im August wurde Herr Schmidt (wohnhaft in der Ulmenstrasse) als 1. Bürgermeister durch die Besatzungsmacht eingesetzt.

1945

Nach dem Ende des II. WK wurde die Kaserne (ehem. Gefangenenlager) von Juli bis Oktober 1945 Lager und Unterkunft für Flüchtlinge aus dem Sudetenland und anderen Ostgebieten. Unter Einbeziehung des Schlosses, der Turnhalle und anderen Gebäuden betrug die Gesamtflüchtlingszahl in Annaburg ca. 2.000 Personen. Die Verpflegung der vielen Menschen bereitete große Probleme. Die Tagesration an Brot betrug pro Person 200 bis 250 Gramm (ca. 4 Scheiben). Auf einfachen Backöfen, aufgestellt zwischen Kaserne und Graben wurde Zusatznahrung aus Kartoffelscheiben gebacken. Etwa 1.000 Flüchtlinge wurden im August 1945 nach Quedlinburg verlegt. Im Oktober 1945 konnten die verbliebenen ca. 70 Personen in die Annaburger Jugendherberge verlegt werden.

1945

Im Oktober meldete der Bürger Richard Gregor aus Groß Naundorf in Annaburg in der Mühlenstrasse 22 im ehemaligen Betrieb Kunze (später unter den Namen KWU bekannt) den 1. Baubetrieb nach dem 2. Weltkrieg an.

1945/47

Nach der Auflösung des Auffanglagers zogen sowjetische Streitkräfte in das Gebäude der Vorschule ein. Das Objekt wurde nun ständig von ca. 600 Soldaten eines Eisenbahnbrückenbauregimentes genutzt. Sämtliche Fahrzeuge und Ausrüstungstechnik waren im Waldgebiet der ehemaligen „WiFo“ (Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft mbH, eines von vielen Treibstofflagern der Deutschen Wehrmacht) stationiert. Die sowjetischen Truppen waren bis zu ihrem Abzug am 17.12.1992 in Annaburg stationiert.

1945 – 55

Von 1945 bis 1955 verhängten sowjetische Militärtribunale verschiedener Truppenteile Urteile gegen ca. 40.000 deutsche Zivilpersonen und Kriegsgefangene. In dieser Zeit wurden ca. 3.000 Deutsche durch Militärrichter zum Tode verurteilt. Unter Anwendung des Staatsschutzartikels 58 aus dem Strafgesetzbuch der russischen Sowjetrepublik verhängte die Militärjustiz zwischen Februar 1950 und Anfang 1954 gegen 1.112 Deutsche die Höchststrafe – den Tod. Darunter waren auch zwei Annaburger Bürger.

An dieser Stelle möchte ich aber noch anmerken, dass alle diese Ereignisse, auch die Entscheidungen immer in ihrer Zeit gesehen werden müssen. Richter wie Täter waren immer auch „Produkte“ ihrer Zeit. Man muss daher immer vorsichtig bei seinen Wertungen sein. Diese Ereignisse spielten sich zwar im Osten ab, sind aber nicht eine Erscheinung des „Kommunismus“ und des Sozialismus schlechthin.

Deswegen will ich an dieser passenden Stelle an die vielen Wehrmachtsdeserteure erinnern. Nach ihrer Anklage wurden meist Todesurteile gefällt die dann auch im nahegelegenen Torgau vollstreckt wurden.

Am 17. Mai 2002 beschloss der Deutsche Bundestag die pauschale Aufhebung aller Urteile gegen Wehrmachtsdeserteure des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Das Ansehen sowie der Ruf der Wehrmachtsdeserteure waren somit wieder hergestellt, sie galten fortan nicht mehr als rechtsgültig im Dritten Reich verurteilt und folglich nicht mehr als vorbestraft in der Bundesrepublik Deutschland – 57 Jahre nach Kriegsende.

Das betraf in erster Linie rund 30.000 Soldaten die zum Tode verurteilt wurden, deren Urteile bei ca. 23.000 Personen auch vollstreckt wurde.

Nach dem Krieg kämpften Überlebende und Angehörige der zum Tode Verurteilten lange um die Aufhebung der Richtersprüche: Deserteure galten auch noch Jahrzehnte nach Kriegsende als Feiglinge.

Dagegen setzte sich der leicht verwundete mit einem Ritterkreuz dekorierte Richard von Weizsäcker aus dem Kurlandkessel ab. Floh 1945 aus einer Wehrersatzeinheit in Potsdam so gleich nach Hause. Dieser Wehrmachtsdeserteur im Range eines Oberleutnants wurde in der neu aufgestellten Bundeswehr sogar noch befördert zum Hauptmann der Reserve. Er war von 1. Juli 1984 bis zum 30. Juni 1994 Präsident unserer Republik und bekleidete damit als ehemaliger Deserteur das höchste Amt in unserem Land.

Wir sehen ein Deserteur ist nicht immer ein Deserteur und auch ein Feigling kann Präsident sein?

Bernd Hopke
Ortschronist

AnnaOffice©2024-03-15

 

Annaburg©2008


Quellen:

Verein f. Heimatgeschichte u. Denkmalpflege Annaburg (Hrsg.) Jagdschloß Annaburg - Eine geschichtliche Wanderung, Horb/Neckar 1994;
Otto Heintze „Geschichtlicher Rückblick „von 1938, privatbesitz
Duden, Grundwissen-Geschichte, Verlag Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG Mannheim 1996
Annaburg, Fremdenverein »Annaburger Heide« e.V., o. J
Günther, L. „Von Indien nach Annaburg“, Verlag am Park
Autorenkollektiv: Forsteinrichtungsbücher, Ergebnisse der Standorterkundung, Teil I u. III, Institut für Forsteinrichtung und Standortserkundung Potsdam, Falkenberg/Elster 1956 
Hans-Peter Zeilinger: „klimatischen Verhältnissen“, Heimatkalender 1957, Hrsg. Kulturbund, Kreisleitung Jessen
R. Dünnebier: „Zwingburg Lichtenburg“, Heimatkalender 1960, Buchdruckerei M.Biehl, Jessen
Dr.Ing. Gratz: „Chronik-Düßnitz“, Eigenverlag 2000, Privatbesitz
Th. Meinhof, Seydaer Heide, Regionalverein 2006;
Internet unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_von_Weizs%C3%A4cker; Zugriff 15.03.2024
Autorenkollektiv;"Die anderen Soldaten, Wehrkraftzersetzung, Gehorsamsverweigerung und Fahnenflucht im Zweiten Weltkrieg"; Hrhg. Norbert Haase und Gerhard Paul; Fischerverlag 1995