Bethau

Bethau


zeilekartebethau

Bethau wird zu den sogenannten „Awedörfern“ (Auedörfern) ezählt und liegt an der alten Salzstraße Prettin-Herzberg.

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Die ersten Bewohner waren die indogermanischen Dlyrier 1300 – 300 v. Chr. Später  wanderten die östlichen Wandergermanen, die Sueven (Stamm der Semneonen) ein. Um 500  n. Chr. zogen in die wieder verlassenen Gebiete slawische Völker ein, die Wenden, in unserer  Gegend der Stamm der Sorben. Kaiser Heinrich I. und Otto der Große vertrieben die  herrschende Schicht der Sorben. Sie bemächtigten sich ihres Landes. Die sorbische  Bevölkerung ging in unserer Gegend dem Fischfang und der Zeidlerei nach. Der Zeidler oder  Zeitler, sammelte den Honig wilder, halbwilder oder domestizierter Bienen in den Wäldern  der (Annaburger) Heide. Ihre Siedlungen lagen entlang der alten Salzstraße Prettin-Herzberg.
Einwandernde Bauern aus dem Raum Magdeburg-Krakau siedelten sich auf Veranlassung des  Askaniers Albrecht dem Bär und Wichmann von Magdeburg in unserem Gebiet an. Sie  brachten neben Kenntnissen im Deichbau, auch für eine fortschrittlichere Landwirtschaft  notwendiges Fachwissen mit. Die eutschen Einwanderer und die ursprüngliche Wendische  Bevölkerung siedelten teils neben einander, aber auch teils im gleichen Ort – und vermischten  sich langsam. Roh gezimmerte, mit Stroh bedeckte Lehmhäuser bestimmten das Bild rund um  den Dorfteich zu wendischer Zeit. Südlich des ehemaligen kleinen wendischen Kirchdorfes  Lochau am Rande des riesigen damals noch Lochauer Heide genannten Waldgebietes, lag  diese Siedlung. Nach den vorliegenden Hinweisen liegt die deutsche Besiedlung (Gründung)  des Ortes Bethau im 12. Jahrhundert. Die Besiedlung erfolgte durch einen „Lokator“, der ein  ihm von Magdeburg zugewiesenes Stück Land in „Hufen“ zerlegte und an die nun  zugezogenen Bauern verteilte. Der Lokator war zugleich der Ortsschulze und übte die niedere  Gerichtsbarkeit aus und zog die Abgaben ein. Er selbst erhielt etliche Hufen als erbliches Eigentum (Erbschutzhof). Zur Deutung des Namens gibt es bisher keine eindeutige Erklärung.  Hauptsächlich Gärten, Wiesen und Weiden, aber auch kleine Felder umgaben den jetzt als  Straßendorf erweiterten Bethau. Die Gegend war sumpfig, mit vielfältigem Strauchwerk und  Gehölz bewachsen. Oft überschwemmt. Viehzucht war daher eine wichtige Grundlage des  Lebens.

erstnennung1339_1Die Erstnennung auf einer Urkunde erfolgte 1339. In einer Schenkungsurkunde von Rudolf I.,  Herzog von Sachsen-Wittenberg (um 1284; † 12. März 1356) an die Pfarrkirche in Bretin  (Prettin) werden die Orte Lochaw (Annaburg), Zulsdorf (Züllsdorf), Rosenfeld, Bethau,  Purzin, Treben, Dautschen, Lebin, Plossig, Neuendorff (Groß Naundorf), Loeben, (Löben),  Schweinitz, Jessen, Grabo, Schoeneicho (Schöneicho), Battin, Rade, Jorsdorf, Cleden  (Klöden), Troeben (Dröben), Jemen, Axien, Tussnitz (Düßnitz), Hoendorf (Hohendorf),  Zweth (Zwethau) genannt.

lichtenbgzeilenbildDie Antoniter-Mönche die auf einem „lichten Berge“ bei Prettin ein Kloster gründeten  (Lichtenburg) bringen ab 1299 neue Wirtschaftsformen. Sie verstärken den Ackerbau und  erlangen in der Folge bis etwa 1525 großen wirtschaftlichen Einfluss in der Region. Die  Antoniter bauen Kirchen und gründen Schulen, so sollen sie in Bethau schon verhältnismäßig  sehr früh eine Schule eingerichtet haben (Schulchronik von Bethau). 1528 wird in  Visitationsberichten zum ersten Male ein Küster erwähnt. Dieser hat die Aufgabe, „den  Kindern zu lernen beten, singen, den Glauben und die 10 Gebote in der Woche etliche Mal“.

Entsprechend Kirchenvisitation von Oktober 1520: "Schulen gab es im Kirchenkreise zu jener Zeit nur in Prettin, Annaburg, Jessen und Schweinitz. Es waren keine Volksschulen, wie wir sie kennen und wie sie erst 200 Jahre später nach Beginn der Reformation 1717 unter Einführung unter Einführung der allgemeinen Schulpflicht aufkamen, sondern Knabenschulen in Form von Privatschulen. .... Gelehrt wurde Katechismus, Deutsch, Lateinisch, Gebete, Bibelsprüche, deutschen und lateinische Sinnsprüche.... Mädchenlehrer oder Jungfrauenlehrer kamen erst in späterer Zeit dazu." (Heimatbote, unsere Heimat einst und jetzt Nr. 3 von 1921)  

 Das Einkommen des Lehrers betrug 1528: 3 Taler, Korn, Brot und 15 Fuder „ungeverlieh  Wiesen wachs“. Dazu kann er aber auch noch Kühe und Schweine halten. 1534 werden zu  seinem Einkommen noch 6 Pf. von Taufen und 6 Pf. für Begräbnisse erwähnt. Der  ungenannte Küster scheint aber sein Amt verstanden zu haben; er wird in den  Visitationsberichten gelobt und als geschickt bezeichnet.
Seit 1555 ist der Schulmeister von Bethau gleichzeitig Lehrer in dem Filialdorf Naundorf.  Diese Einrichtung bestand bis 1819. Die Besoldung setzte sich zusammen aus Beiträgen  beider Dörfer und betrug in den Jahren von 1555 bis 1575 jährlich: aus Bethau: 18 Scheffel  und 2 Hetzen Korn, 27 ½ Brote, fi Pf. von einer Leiche, 6 Pf. von Taufen (wenn man ihm die  Mahlzeit nicht gibt), eine Wiese in der Lochischen (Annaburger) Heide, von der er 6 Fuder  Heu machen kann. — Das gesamte Einkommen aus beiden Dörfern betrug: 30 Scheffel Korn,
l ½ Taler und 51½ Brote.
Mit der beginnenden sächsischen Zeit unserer Heimat zu Anfang des 16. Jh. fanden in der  Verfassung der Städte und in ihrer Gerichtsbarkeit Veränderungen statt. Es wurden die  „Aemter“ gebildet und Amtshäuser z. B. in Schweinitz und Seyda gebaut. In diesen  Amtshäusern waltete der Schösser seines Amtes, zog Steuern ein und leitete die  Gerichtsbarkeit. Da Bethau nicht zu den Walddörfern zählte, gehörte es wie die meisten  Auedörfer – südlich und westlich von Annaburg – zum Amt Schweinitz. Diese Zuordnung  bleibt für die Sächsische Zeit bis 1816 bestehen. Auf Grund alter Dorfrechnungen (Wilekoren)
sowie der Visitationsprotokolle der jungen evangelischen Kirche seit 1528 kann von einer  gewissen Blüte des dörflichen Lebens gesprochen werden.

zeilekueheDer erste Lehrer in Bethau, der mit Namen bekannt ist. heißt Andreas Bernth, seines Zeichens  ein Kleinschmied. Er amtierte von 1572 bis 1612. Dann kommt ein Prettiner Bürgersohn  namens Johannes Lehmann, ein Leineweber. Er starb 1637 an der Pest.
Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. 1637 verwüsteten die Schweden das Dorf. Kirche,  Pfarrhaus, Schulhaus und viele Höfe wurden niedergebrannt. Dieser 30-jährige Krieg, sowie  daraus resultierende Epidemien entvölkerten auch unser Dorf (etwa zwei Drittel der  Bewohner wurden dahingerafft). Die Überlebenden flohen in die Heide.
Aber dadurch blieben die Felder unbestellt und es gab kein Vieh. Viele Bauerstellen in Bethau  waren frei. Diese Stellen konnten neu vergeben werden und Bethau erholte sich dadurch  langsam wieder. Auch die verwaiste Lehrerstelle wird nach 9 Jahren wieder besetzt. 1646  übernimmt und bis 1681 Andreas Strauch, ebenfalls ein Prettiner Leineweber, die Stelle.

zeilekartebethau-2Die  Schmiede wird erst 30ig Jahre  später 1672 neu aufgebaut, dem folgte 1679 die Kirche. Zu  dieser Zeit wissen wir, dass von den 12 Hufengütern nur erst wieder 6 aufgebaut, und im Dorf  noch 3 Gärtner- oder Kossätengüter und 1 Häuslergut bestehen. Im Jahre 1779 lebten im  gesamten Amt Schweinitz 11.040 Menschen. 1681 tritt die Lehrerstelle Peter Weyinann,  vorher Katechet zu Naundorf an. Ihm folgt, von Hohndorf kommend, Tobias Ramus. Er hatte  das Schneiderhandwerk erlernt und gehörte der Prettiner Zunft an. Johann Friedrich Lösche  aus Arnsnesta ist von 1756 bis 1779 sein Amtsnachfolger. Nach seinem Tode wird ein Johann  Schlawig Lehrer in Bethau; über seine Person und über seine Tätigkeit liegen sehr spärliche  Eintragungen vor. Um die Jahrhundertwende wird dann wieder ein Lehrer namens Ramus  angestellt, ebenfalls ein Schneider. (Nach dem Bericht von K. Markus handelt es sich hierbei  um ein Mitglied des gleichnamigen Geschlechts, dessen Angehörige in Hohndorf vier  Generationen hintereinander die Lehrerstellen besetzten.)
Mit der preußischen Neuordnung der Verwaltung 1816 hört auch das sächsische  „Amt“ Schweinitz auf zu existieren. Es entsteht der Kreis Schweinitz mit Sitz in Herzberg zu  dem auch Bethau weiterhin gehört. Nach Schumanns Lexikon enthielt das Amt fünf Städte  (Herzberg, Schönewalde, Schweinitz, Jessen und Prettin), 6 alte schriftsässige Rittergüter mit  141/2 Dörfern, 3 neue Schriftsassen mit 11 Dörfern, 7 Amtssassen, 46 Amtsdörfer, im ganzen  771/2 Dörfer, 8 Vorwerke und Freigüter (unter denen 2 königliche Kammergüter) und 15  wüste Marken. Annaburg gehört aber nicht dazu – es kommt zum Kreis Torgau.
Von 1819 bis 1849 wird in Bethau Lehrer Siebert eingesetzt. Dieser stammte aus Rade bei  Jessen und war von Beruf Seiler. Siebert war der letzte Bethauer Lehrer, der ein Handwerk  erlernt hatte. In der Zeit des aufstrebenden Bürgertums wurde auch der Lehrerbildung mehr  Beachtung geschenkt, und so kann angenommen -werden, daß die Amtsnachfolger Sieberts  über die damals übliche Seminarausbildung in ihre Stelle gelangten.
Aus bereits preußischer Zeit erfahren wir auserdem, dass 1832 ein Großbrand Bethau  heimsuchte der das halbe Dorf in Schutt und Asche legte. Es wird wieder aufgebaut, langsam  aber stetig.

zeilelandarbeit1850 bis 1870 verwandelte sich Deutschland aus einem rückständigen Agrarland in ein  leistungsstarkes kapitalistisches Industrieland. Zu dieser Zeit setzt sich der Eisenpflug in  unserer Region durch und verdrängt die bis dahin genutzten Holzpflüge (der jedoch bereits  eiserne Scharen und Pflugeisen hatte) endgültig. 1841 wurde die Eisenbahnstrecke „Berlin   Jüterbog – Zahna – Wittenberg – Dessau – Cöthen“ eröffnet. 1848 folgte die  Eisenbahnverbindung Jüterbog – Falkenberg – Röderau – Dresden.  Damit ergaben sich auch  für die Dorfbewohner Bethaus neue Einnahmenquellen, als so genannte „Stadtgänger“ fanden  auch Sie in den Großstädten Berlin bzw. Dresden Arbeit. Nicht alle zogen gleich in die Stadt,  viele pendelten schon damals – arbeiteten in Berlin oder Dresden und lebten weiterhin im  Dorf. Das uns überlieferte Einkommen des Bethauer „Schulmeisters“ bestand aus:

1. einem Ackerstück   von  ca. 3  Morgen, Wert 60 Mark,
  2. 15 Morgen Heidewiese,   Pacht   207 Mark,
  3. 18 Scheffel 12 Metzen Korn und 15 Brote = 158 Mark,
  4. Schulgeld nach der Anzahl der Kinder = 186 Mark,
  5. Zulage durch königl. Regierung = 75 Mark,
  6. Axedenzien = 40 Mark,
  7. Singeumgang = 30 Mark,
  8. Tranksteuer = 10 Mark,
  9. Garten = 6 Mark,
  10. Zinsen und Schulkapital = ?,
  11. Häusler- und Personengeld ä 4 Pf. = 6 Mark,
  12. Klingelbeutelgeld = 3 Mark.

Erst 1881 erfolgt auch in Bethau die auf der Steinschen Reform begründeten Aufhebung der  letzten ehemaligen Naturalabgaben an Pfarre, Kirche und Schule die auf den einzelnen  Grundstücken lasteten und deren geldwerter Umwandlung. Dieser Prozess der als Separation  im Geschichtsbewusstsein der Bevölkerung bekannt ist, begann für Annaburg bereits 1841  und erfolgte in Bethau dementsprechend spät.
Am 20.03.1890 zur Reichstagswahl wurden in Bethau 33 sozialdemokratische Stimmen  abgegeben. Das Wachstum dieses sozialdemokratischen Übergewichts in Bethau liegt darin,  daß der größte Teil der Arbeiter als Maurer in Berlin zu arbeit fuhren.

elbe_31890 erreicht die Elb-Überschwemmung in der Nacht vom 7. zum 8. September, nach einem  Dammbruch bei Dautzschen, Bethau.  Eine Wasserkatastrophe riesigen Ausmaßes bei der von einigen inselartigen Erhöhungen  abgesehen, damals die ganze rechtsseitige Elbniederung bis zur Annaburger Heide hin unter
Wasser stand. Für die Bethauer bedeutete es Ernte- und dadurch nachfolgend Viehverlust  ihrer bäuerlichen Wirtschaften. Dazu hieß es:

„Große Not auf den Dörfern Deutschen,  Großkorben, Prettin, Bethau, Nauendorf, Labrun, Hohendorf usw., bis Wittenberg hinunter.  In Schokau 40 Häuser eingestürtzt, auch auf anderen Ortschaften. Es war jammervoll  anzusehen.“

 Der Fortschritt und damit beginnender Wohlstand des industrialisierten Deutschland brachte  1904 die jetzt noch stehende Kirche, 1906 den Bau der „Chaussee“ nach Großtreben und 1911  für Bethau auch elektrisches Licht. Die Strom wurde von der 1908 gegründeten „Elektrische  Überlandzentrale Prettin und Umgebung e. G. m. b. H.“ bezogen. Diese hatten in der Stadt  Prettin im Jahre 1908 in der Nähe des Kleinbahnhofes, dort, wo sich später das Stanz- und  Emaillierwerk befand, ein Werk erbaut. Hier produzierte eine Dampfmaschine mit Hilfe eines  Generators Strom. Ab dem 23. Januar 1909 wurde aus diesem Werk der erste Strom geliefert. zeppelin1912 wurde das Luftschiff P III  auch von Bethau aus gesichtet. Für die damals hier lebenden  ein Weltereignis. Der erste Weltkrieg hinterließ wie in allen Auedörfern seinen  Blutzoll. 17  Bethauer mussten sinnlos ihr Leben opfern.
In unserer Gegend besaß der Arbeiter-Radfahrerbund 1920 sehr viele Ortsgruppen. Das gilt  nicht nur für Annaburg und Jessen, sondern auch für Prettin, Großtreben, Dautzschen, Plossig,  Bethau und Naundorf. Einer der ältesten Vereine in Bethau war der Rauchklub „Grüne  Tanne“ – der feierte 1925 sein Wintervergnügen bei Lutzmann.
Obwohl Annaburg schon seit 1693 seine Poststation hatte wurde erst 1930 eine  Postverbindung in Bethau mit Torgau hergestellt, und der Ort erhielt endlich eine eigene  Poststelle. Im Zuge der Wirtschaftskrise und wachsenden Arbeitslosigkeit 1930 werden die in  Berlin tätigen Bethauer Maurer entlassen. Die Wahlen 1930 bringen in Bethau für die SPD 23  und für die KPD 38 Stimmen. Dabei zählten man 1935 nur 342 Einwohner, darunter 9  Gewerbetreibende 26 Arbeiter und 42 Landwirte in Bethau.
Auch der 2. Weltkrieg ging nicht spurlos an Bethau vorbei, er forderte 12 Leben. 1945 endete  die Zeit der NS-Diktatur in Bethau am 23. April um 19.15 Uhr durch den Einzug der Roten  Armee. Die jetzt anbrechende Zeit brachte viele Veränderungen mit sich. Am 01.07.1945  wurde die Ortsgruppe der KPD mit 10 Mitgliedern gegründet. 1946 stimmen  85,13% für die  Einheitsliste und bekunden auch damit ihren Willen zur Errichtung einer antifaschistisch- demokratischen Republik und eine friedliche, sichere Zukunft. Die Zeit brachte die  Bodenreform und in Naundorf (jetzt Groß Naundorf) wurde die Spar- und Darlehnskasse  Naundorf-Bethau gegründet, die sich mit dem Geldverkehr und Kreditvergabe beschäftigte  und im geringen Maße auch mit Düngemittel und Brennstoffen handelte. Durch den  Beschluss der VdgB Ortsorganisation Annaburg, Bethau, Groß Naundorf und Purzien wurde  1951 die Verschmelzung der Landwirtschaftlichen Dorfgenossenschaften mit der VdgB-BHG  (Bäuerliche Handelsgenossenschaft am 21. Februar vollzogen. 1952 traten an Stelle der 5  Länder nun 14 Bezirke. Die Kreise wurden verkleinert und neu gegliedert. Bethau kommt so  zum neu gegründeten Kreis Jessen, Bezirk Cottbus. Anfang August 1958 wird Ernst Vetter als  erster Bauer in der LPG Naundorf  als  Mitglied  aufgenommen.  Wenige  Tage darauf  folgen  ihm weitere  Berufskollegen. Die kleine Bethauer Schule wird 1969 abgeschafft. Ab dem 1.  September werden alle Schüler aus Bethau in  Groß-Naundorf beschult. 1974 erhält die DFD- Gruppe des Ortes den verpflichtenden Namen „Olga Benario Prestes“ – Sie war eines der  prominentesten Opfern untern den KZ-Häftlingen in der Prettiner Lichtenburg. Die alte  Straßenbeleuchtung wurde 1975 im Dorf erneuert. Die Dorfverkaufsstelle 1976 modernisiert.  Erst 1978 erhält Bethau eine befestigte Dorfstraße der erste Abschnitt wird fertiggestellt und  der Ort wird an die zentrale Müllabfuhr angeschlossen. Die alte Grube am Dorfausgang für  Abfälle aller Art hat ausgedient. Auch die Kleinstbetriebe leisten zu dieser Zeit einen  wichtigen Beitrag zur Versorgung: Rind 28,8 dt, Schwein 86,9 dt, Geflügel/Kaninchen 24,2 dt  Eier 84.000 Stück, Edelpelze 32 Stück und Honig 275  kg. Bethau brauicht sich um  Nachwuchs keine Sorgen zu machen, 1979 werden hier allein 7 kinderreiche Familien betreut,  21 Kinder nehmen kostenlos an der Schulspeisung teil. Für die Älteren Einwohner werden 6  Rentnerwohnungen renoviert und 4 alleinstehende Bürger werden durch eine  Hauswirtschaftspflege betreut, sowie 22 Portionen Mittagessen werden täglich aus der LPG  Groß-Naundorf für die Rentner bereitgestellt und geliefert. 1986 erhält die Dorfstraße endlich  eine Schwarzdecke.ps_20161015171416Die neue Zeit nach 1989 bringt wieder einige Neuerungen. Bethau gehört  zum Land Sachsen-Anhalt, erst zum Kreis Jessen, dann wird Kreis Wittenberg daraus. 1994  kommt das Dorf in das Dorferneuerungsprogramm, in dessen Folge das Kriegerdenkmal  restauriert, sowie der Sport- und Spielplatz völlig neu gestaltet wurden. Der Dorfkonsum,  Poststelle und auch der Kindergarten werden wegen Unrentabilität geschlossen. Die beiden  Gaststätten aber verbleiben den Bethauern.

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