Weihnachten

Wintersonnenwende


Weihnachten ist mit Ostern und Pfingsten eines der drei Hauptfeste (katholisch: Hochfeste) des Kirchenjahres, das mit der Adventszeit beginnt.Die Weihnachtszeit fängt mit der evangelischen Christvesper bzw. katholischen Christmette am Heiligabend an und endet am Sonntag nach Dreikönig (6. Januar), dem Fest „Taufe des Herrn“. Früher reichte die Weihnachtszeit bis zum Fest „Darstellung des Herrn“ (2. Februar), der so genannten „Mariä Lichtmess“.
Das christliche Weihnachtsfest geht auf alte volkstümliche Feste zur Wintersonnenwende zurück. Die Germanen begingen jedes Jahr dieses Fest zur Wintersonnenwende, hierbei wurde zu Ehren Wodans ( Odin ) der „ Jul-Eber“ geopfert. Bei den Römern wiederum wurde die Geburt des Sonnengottes „Sol“ gefeiert und in Griechenland hieß dieser Gott Helios. Der Kult des „Deus Sol invietus„, des unbesiegbaren Sonnengottes wurde von Kaiser Aurelian 274 u.Z. eingeführt.
Der Bischof von Rom setzte 336 u.Z. die Geburt Christi auf die Nacht zum 25. Dezember fest; die Herkunft des Datums ist umstritten. Der Termin liegt nahe an der Wintersonnenwende, was die Geburt von Jesus Christus mit der Rückkehr des Lichts nach den dunklen Wintermonaten verbindet. Zudem wurde damit der antike römische Feiertag des Sonnengottes Sol Invictus abgelöst. Das oft mit Weihnachten in Verbindung gebrachte germanische Julfest ist erst später belegt.
Die Verbreitung des Weihnachtsfestes erfolgte in Europa im 6. Jahrhundert. Mit der Ostsiedelung wurden ab 1024 auch unsere Gebiete christlich. Um den neuen Glauben leichter Zugang zu verschaffen, knüpften die Bekehrer an alte slawische Sitten, den Götterglauben und Götterfeste an. An der Stelle des Wintersonnenfestes, welches auch bei den Slawen galt, wurde die Geburt Christ gesetzt. Der Göttervater Wodan, wurde neben anderen Rollen, auch zum ,,Knecht Rubrecht“ gemacht. Der Beiname Wodans war „der Ruhm glänzende“ = hruodperat = Rubrecht.

Zentrales Sinnbild des Weihnachtsfestes ist der Weihnachtsbaum. Die erste Kunde vom Weihnachtsbaum gibt es allerdings erst 1604 aus Straßburg. Vorher wurden aber auch schon Tannenzweige als Schutz vor bösen Geistern ins Haus geholt. Dieser Brauch war heidnischen Ursprungs.
Im 20. Jahrhundert kam erst der Adventskranz hinzu. Aus den Gabenbringern Knecht Rubrecht und Nikolaus wurde der Weihnachtsmann. Ab Ende des 18. Jahrhunderts erhielt Weihnachten seinen familiären Charakter, mit den Bescherungen am Heiligabend (24. Dez.).
Zu Essen gab es Heringssalat oder Kartoffelsalat mit Bockwurst, Weihnachtsstollen oder Christstollen, Zuckerkringel, Bratäpfel und Nüsse. In guten Zeiten wurde auch die Weihnachtsgans gereicht. Mancherorts zogen Kinder auch singend durch die Straße und bekamen hierfür Äpfel und Gebäck. Das Singen mit der Familie unter dem Weihnachtsbaum wird heute noch gern gepflegt.
Das Waschen und Spinnen hatte aber von Weihnachten bis Dreikönige (12 Tage) zu unterbleiben.
Eine Überlieferung besagt, was man in diesen Nächten träumt, geht in Erfüllung. Diese Nächte wurden „Rauhnächte“ genannt, Tummelzeit unheimlicher Mächte. Auch jede erste Nacht eines Monats war eine Rauhnacht. Zum Jahreswechsel wurde auch Zinn oder Blei in ein Wasserglas gegossen und aus der entstandenen Figur orakelt.

Auch das Schuhwerfen war zu diesem Zweck sehr verbreitet.
Die Geschenke fielen damals auch nicht so üppig aus wie heute. Eine neue Schürze oder eine handgemachte Puppe ließen die Kinderaugen schon strahlen. Am schönsten war das gemeinsame Spielen oder Basteln mit der ganzen Familie.
Der Duft der Bratäpfel in der „Röhre“ des Kachelofens verbreitete hierzu noch eine feierliche Atmosphäre. Nach Weihnachten wurden aus dem Weihnachtsbaum Quirle gemacht.

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Bernd Hopke

Quelle:
Material des Vereins für Heimatgeschichte und Denkmalpflege e.V. Annaburg
Wikimedia Foundation Inc. unter http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten (Zugriff 01.2008)