Osterwasser

vom Osterfest

Das Osterwasser soll in Flaschen aufbewahrt das ganze Jahr über Krankheiten und Herzwunden heilen. Bei Mädchen hat es eine ganz besondere Wirkung. Wenn man es am Osterabend (Mitternachtsstunde) mit der Flußrichtung aus einem fließenden Gewässer schöpft und sich damit am nächsten Tag wäscht, macht es ein Mädel hübsch. Einziger Wehrmutstropfen – es darf dabei weder gelacht noch erzählt werden (angerufen werden). Die Jungen des Dorfes setzten natürlich alles daran die Mädchen zum Lachen zu bringen. Sie wurden naß gespritzt oder „gekitzelt“ und gefoppt. So manche mußte umkehren und ihren Krug erneut füllen.
Übrigens, schlägt man ein Ei zu Ostern in Osterwasser, so sieht man die Berge von Jerusalem. Aus in Osterwasser gegossenen Zinn oder Blei kann man die Zukunft lesen.

Dieses Osterwasser gehört zu den Volksbräuchen an Ostern Je nach Region gibt es verschiedene Traditionen des Osterwassers. Die Regel des Wasserschöpfens (etwa, dass es schweigend geschehen muss; die Quelle muss von Osten her aus der Erde kommen) weichen von Region zu Region ab. Zum anderen dient es aber auch der neckenden Brautwerbung – die unverheirateten Frauen zogen durch das Dorf, und jede besprengte den Dorfburschen, den sie sich zum Manne wünschte.

Diese Wässer sind nicht zu verwechseln mit dem Osterwasser welches in christlichen Kirchen beim Ostergottesdienst in der Nacht zum Ostersonntag vom Priester als geweihtes Wasser verwendet wird – das Weihwasser, das die Gläubigen dann mit nach Hause nehmen und in ihre Weihwasserschale füllen.

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Bernd Hopke

Quelle:
Material des Vereins für Heimatgeschichte und Denkmalpflege e.V. Annaburg
Wikimedia Foundation Inc. unter http://de.wikipedia.org/wiki/osterwasser (Zugriff 01.2008)