Altweibersommer

vom Spinnen des Lebensfaden 


Die Arbeitszeit der Schicksalsgöttinnen, den Nomen, fällt auf den Herbst. Diese alten „Weiber“ sollen gerade an schönen Herbsttagen die größte Freude am Spinnen des genau abgemessenen Lebensfadens der Menschen gehabt haben. Diese Millionen von Fäden schickten sie in die Welt, zum Zeichen, dass sie wieder an die Arbeit sind, jedem seine Spanne zuzumessen. Eine andere Erklärung besagt: Weiber = kommt von den Alraunweibchen = Koboltartige gespenstige Wiesen. Auch Huzelweibchen, oder Weidenjungfern, Uralte Weibchen.

Die Spinnweben wurden mit ihren Haaren verglichen, so dass der Name Altweibersommer zutrifft. Aus dem uralten Begriff wurde im Mittelalter ein „Frauensommer“.
Dass zu dieser Jahreszeit die jungen Spinnen an ihren Fäden auf der Suche nach einem Quartier durch die Lüfte fliegen, weiß heute jeder.

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Bernd Hopke

Quelle:
Material des Vereins für Heimatgeschichte und Denkmalpflege e.V. Annaburg
Zahnaer Tageblatt von 1908