Spreeanbindung

Erste Pläne zum Bau eines Spree-Elster-Elbe-Kanal


Nach Errichtung des Grödel-Elsterwerdaer Floßkanals gingen die Überlegung dahin auch den Spreewald wirtschaftlich für Sachsen zu erschließen. Dabei ging es auch hier vorrangig um Holztransporte auf dem Wasserweg. Es wurde in einer Denkschrift darum ersucht, den uns schon bekannten Wassermeister Johann Müller zu entsenden, „damit er eine Linie ausgehe, sie abwiege, einen Riß einreicht und die Kosten in einen zuverlässigen Anschlag bringt.
Johann Müller und Sohn wurden alsbald tätig. Ihr projektierter Graben sollte aus dem Raum Hoyerswerda kommend, den Lippitzgraben entlang zum Wolsching-Strom bis an die Reppitzer Wiesen (bei Senftenberg) führen. Durch diese hindurch zur Wolschnitz hernieder bis auf Höhe des Dorfes Brietzke und dort in die Schwarze Elster münden. Die Kosten für einen 5,6 m breiten Graben (bei einer Gesamtlänge – Neuanlage von 3,7 km) sollten lediglich bei 2.351 Talern liegen. Die Unterlagen wurden beim Premier-Minister Reichsgrafen von Brühl im Juni 1754 eingereicht. Neben der Beschriebenen Strecke aus dem Raum Hoyerswerda über Senftenberg zur Schwarzen Elster, gab es noch andere Trassenvorschläge.
So auch Spreewald – Luckau – Finsterwalde. Aber der Oberfloßinspektor Fink in seiner Stellungnahme schrieb dazu: „Ist ein weitausstehendes Projekt, das viel Gulden kosten wird.“
Nach dieser Warnung wurde das Projekt fallen gelassen.

1912 wurde das Projekt eines Spree-Elster-Elbe-Kanal noch mal kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt, allein die Vorbereitungen für den 1. WK. Ließen schnell den Wind aus dem Projekt und es verschwand in der Versenkung.

Der Energiebedarf, vor allem der „Ersatzbrennstoff“ für die Steinkohle, ließen ein weit größeres Vorhaben, zunächst 1926 in die Planung kommen. Ausschlaggebend dazu waren die Braunkohlevorkommen zwischen Spree und Schwarzer Elster und die Möglichkeit diese jetzt im großflächigen Tagebau abbauen zu können. Ein spektakuläres Verkehrsprojekt stellte die Planung des Elbe – Spree -Oder-Kanals dar. Einen entsprechenden Vorentwurf, welcher sich auf ältere Entwürfe stützten konnte, lieferte das Ingenieurbüro Havestadt-Contag im Jahr 1925. Danach sollte der Kanal von Mühlberg (Elbe) über Elsterwerda, Senftenberg, Cottbus unter Umgehung des Spreewaldes bis nach Goyatz am Schwielochsee (Spree) verlaufen. Kapitalmangel, die Weltwirtschaftskrise und andere Prioritäten in der Verkehrspolitik des Deutschen Reiches verhinderten schließlich die Umsetzung des Vorhabens.


Bernd Hopke


Quellen:

• F.Stoy „Schwarze Elster“ 1928 (59-60)
• Otto Heintze, Die Schwarze Elster
• Stoy, Die Schwarze Elster 7/1940
• G. Erfurt; Elsterbuch, Die Schwarze Elster unser Heimatfluss; Jessen 2007
• Dietrich Hanspach: „Der Schraden“;Böhlau Verlag 2005
• K. Mende, „Der Floßkanals Elsterwerda–Grödel und seine Entstehung“, in „Die Schwarze Elster“ v. 18.12.1912, Druck und Verlag C. Ziehike, Liebenwerda