Flössen

 

Vorgeschichte

Die Kunst, das Holz durch Flößen auf dem Wasser zu einem bestimmten Ort zu bringen, ist schon sehr alt. So ist das Flößen schon in der Bibel (Buch der Könige) überliefert.
Geflößt wurde immer im so genannten Holzzeitalter.

Vom Holzzeitalter spricht man Epoche übergreifend für den Zeitraum der Menschheitsgeschichte, wo das Holz als Bau- und Rohstoff aber auch als hauptsächlicher Energielieferrand zum Einsatz kam. 

Ohne Holz ging in dieser Zeit nichts. Daher war Holz im näheren Siedlungsgebiet der Mensch schnell verbraucht und musste über große Entfernungen herangeholt werden. Die ersten Zivilisationen der Menschheit waren schnell auf Holzimporte angewiesen. Die ersten Öko-Krisen entstanden durch den hohen Holzverbrauch (Die Mittelmeerländer verloren so ihre früheren Waldgebiete). Der Transport des Holzes erfolgte überwiegend auf dem Wasserweg, es war hier Transportmittel und Gut gleichermaßen. Auf dem Landweg war der Transport sehr aufwendig und nur auf kurzen Strecken rentabel.

Auf der Elbe

Dementsprechend lange gibt es auch die Holzflößerei auf der Elbe. Bereits 1177 wurde dem Kloster Gottesgnaden (Calbe) das Privileg erteilt, auf der Schwarzen Elster, dem rechten Nebenfluss der Elbe, zu flößen. So soll u.a. auch Mönchehöfe und Holzdorf entstanden sein.
Erste verlässliche (schriftliche) Nachweise gibt es auch dazu in der Pirnaer Zollrolle von 1325:

„navis vloze dicta cum lapidibus vel lignis descendes“ (ein Floß, dass Steine und Hölzer mit sich führt). 

Holzflöße waren auch auf der Elbe beides zugleich: Transportmittel und Transportgegenstand. Als „Oblast“ dienten: Steine, schwere Hölzer wie Eiche, Weinfässer, Wagen, Kisten und allerlei Sonstiges, wie lebende Fische in so genannten Fischkästen, was auf den mittelalterlichen Straßen schwer zu transportieren war. Über Jahrhunderte hinweg wurden bis zu 500 Baumstämme kunstvoll zu Flößen vereinigt und über hunderte Kilometer hinweg auf der Elbe transportiert.

Das Flössen von verbundenen Baumstämmen wurde auf der Elbe bis Mitte des vorigen Jahrhundert durchgeführt.

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Bernd Hopke

Ortschronist